"barre" | 2016

„barre“ Ausstellungsansicht »Viewer«, Kunstverein Solothurn Foto: David Aebi
Videoinstallation | Holz weiss lackiert | 2 Monitore | 2 HD Videos (22:06‘ / 20.41‘)
Die Videoinstallation „barre“ von Roger Wirz und Thomas Hüsler trennt den Ausstellungsraum des Viewers in zwei Räume, die in sich je wieder die Form des Viewers aufnehmen. In den beiden neu geschaffenen Räumen befindet sich je ein Monitor, der die Durchsicht durch den Viewer scheinbar wiederherstellt, ja die Durchsicht imitiert.
Die beiden sind präzis auf die Ausstellungsplattform eingegangen und haben auf die architektonische Form des Viewers und die Durchsicht reagiert. Sie verwehren uns die Sicht durch den Viewer. Oder täuschen wir uns, blicken wir doch durch den Viewer hindurch auf die andere Seite?
Mit „barre“ haben Roger Wirz und Thomas Hüsler einen fiktiven Aussenraum im Innenraum kreiert. Der Aussenraum wird nach Innen geholt, eine Illusion der Realität geschaffen. Wir schauen nach Drinnen und haben gleichzeitig das Gefühl, nach Draussen zu blicken. Die Arbeit verwirrt die Sinne, täuscht und ent-täuscht unser Sehen. „barre“ von Roger Wirz und Thomas Hüsler spielt mit virtuellen Verschachtel-ungen, gedachten und realen Erfahrungsräumen, hinterfragt die Selbstverständlichkeit unserer Wahr-nehmung und stellt das Sein in Frage. Es geht um das Dazwischen zwischen dem Drinnen und Draus-sen, zwischen der Illusion und der Realität, letztlich auch zwischen dem Körper und dem Selbst.
Text: Patricia Bieder
Video installation | White-painted wood | 2 monitors | 2 HD videos (22:06 / 20:41 min.)
The video installation barre by Roger Wirz and Thomas Hüsler divides the exhibition space of the Viewer into two separate spaces, each echoing the architectural form of the Viewer itself. A monitor is installed in each of these newly created spaces, seemingly restoring – or rather imitating – the view through the structure.
The artists respond precisely to the exhibition platform, engaging with the Viewer's architecture and its defining transparency. They obstruct our view through the Viewer. Or do they? Are we perhaps still looking through it to the other side?
With barre, Roger Wirz and Thomas Hüsler create a fictional exterior within an interior. The outside is brought inside, producing an illusion of reality. We look inwards while simultaneously feeling as though we are looking outwards. The work unsettles the senses, deceiving our vision only to reveal the deception.
barre plays with nested virtual spaces, imagined and physical realms of experience, questioning the apparent certainty of our perception and, ultimately, the nature of being itself. It explores the space in between – between inside and outside, illusion and reality, and, ultimately, between the body and the self.
Text: Patricia Bieder